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Ein erfülltes Leben durch Handeln im Glauben

Robert Rahm

Ich habe in meinem Glaubensleben erlebt, dass wir Gott in besonderer Weise ehren, wenn wir im Glauben handeln. So heisst es in Hebr. 11,6 sogar: „Ohne Glauben ist`s unmöglich, Gott zu gefallen.“ Wir leben noch im Glauben und nicht im Schauen.

Schon bei der Bekehrung und Wiedergeburt ist es wichtig, dass ich es im Glauben ergreife, dass meine Sünden der Vergangenheit durch das Blut Jesu ausgelöscht sind und ich ewiges Leben habe, weil dies Gottes Wort sagt. Wenn ich das im Glauben erfasse, habe ich eine vom Geist Gottes gewirkte feste Heilsgewissheit und einen tiefen Frieden. Wenn ich daran zweifle, zweifle ich letztlich an der Glaubwürdigkeit von Gottes Wort und bin meines Heils nie richtig gewiss. Gott möchte nicht dass wir zweifeln, weil wir dann letztlich seinem Wort misstrauen.

Wir ehren Gott, wenn wir seinem Wort Glauben schenken!

Auch im Blick auf die Gewissheit, dass der Heilige Geist in mir wohnt, muss ich im Glauben erfassen. Die Bibel sagt, dass wir zu Gottes Kindern gemacht werden, wenn wir Jesus aufnehmen. Und wenn ich im Dienst stehe, darf ich glauben, dass ich in besonderer Weise mit seinem Geist ausgerüstet werde, sagt doch  Jesus im Missionsbefehl: „Gehet hin“ und er verheisst uns,  „Ich bin bei Euch alle Tage!“

Wenn wir im Glauben gehen und handeln, dürfen wir immer wieder von Gott vorbereitete Situationen antreffen.

Auch im Blick auf unseren Umgang mit Geld ist Glaube gefordert. Gott hat uns allen mehr oder weniger materielle Gaben anvertraut und er hat uns Verheissungen gegeben. Wir müssen z.B. glauben, dass es so ist, dass Gott des Himmels Fenster öffnen wird, wenn wir bereit sind, den Zehnten zu geben.

Nun ist der Glaube wie ein Muskel. Je mehr man ihn betätigt, desto stärker wird er.

Zuerst versuchen wir mit kleinem Glauben Gott zu vertrauen und zu dienen und wir erfahren, dass sich Gott an seine Verheissungen hält. Das gibt uns Mut, Gott noch grösseres Vertrauen zu schenken und Gott antwortet auf diesen grösseren Glauben mit grösserem Segen. Und dabei hat sich nicht Gott geändert, sondern mein Glaube. So erlebte ich es persönlich im Blick auf viele Dienste, aber auch im Blick auf den Umgang mit finanziellen Mitteln.

Ich habe als Lehrling begonnen, von Fr. 200.-- Lehrlingslohn treu den Zehnten zu geben - 20 Franken. Und ich habe es erlebt, dass die restlichen Fr. 180.-- gereicht haben. Nur muss man den Tipp beachten, dass man den Zehnten zu Beginn auf die Seite legen muss, sonst ist er am Ende des Monats nicht mehr da!

Als junger Geschäftsmann freute ich mich, dass der Zehnte grösser wurde und es war mir immer eine Freude, Geld fürs Reich Gottes einzusetzen, weil ich Jesus, meinen Erlöser und Herrn und sein Reich liebte. Bald war es so, dass mir der Zehnte kein Opfer mehr bedeutete und ich erkannte so viel Not in dieser Welt und so viele Möglichkeiten, finanziell mitzuhelfen, um Gottes Reich zu bauen und ich begann, den Zehnten zu überschreiten. Es wurde mir auch bewusst, dass der Zehnte eine alttestamentliche Forderung von Gott ist. Im Neuen Testament gilt Verwalterschaft, Haushalterschaft, gilt Ganzhingabe, gilt die Leitung durch den Heiligen Geist. Dann hat mich Dr. Bill Bright, der Gründer von Campus für Christus, ein Mann des Glaubens, stark inspiriert, im Glauben zu handeln. Weil er es selbst tat und sich mit allem was er war und besessen hatte, Gott verschreiben hat, war es mir eine Hilfe, dies auch zu tun.

Dann las ich ein Buch eines amerikanischen Geschäftsmannes mit dem Titel: „Gott ist mein Geschäftspartner“. Der schrieb, er habe mit Gott abgemacht, ihn als seinen Geschäftspartner zu wählen und ihm, wie dies auch bei irdischen Partnern üblich ist, die Hälfte zu geben. Er schrieb dann, wie gesegnet sein Geschäft war, so dass er grosse Summen fürs Reich Gottes geben durfte und er dabei selbst auch genug hatte.

Mich hat dieser Gedanke erfasst, einmal noch grössere Summen fürs Reich Gottes geben zu dürfen. Ich hatte jedoch nicht den Glauben, Gott zu versprechen ihm die Hälfte zu geben, aber ich bat Gott unser Unternehmen so zu segnen, dass dies auch möglich wird und Gott hat so gesegnet, dass wir während Jahrzehnten dies tun durften und wir sind dadurch selbst reich gesegnet worden.

Als wir 1980 in unserer christlichen Gemeinde ein neues Gotteshaus für über 3 Mio. Franken bauten und ich als Präsident der Baukommission die Gemeinde ermutigen musste, Gott zu fragen, welchen Betrag jedes dazu beisteuren soll, ist mir aufgegangen, dass auch das Vermögen Gott gehört. Viele Gemeindeglieder haben bei dieser grossen Aufgabe nicht nur den Zehnten, sondern einen Teil ihres Vermögens eingesetzt. Und es war interessant: Alle Spender waren dabei fröhlich und bei der Einweihung war grosse Freude und jemand sagte: Wenn man fürs Reich Gottes Geld gibt, wird man nie ärmer, sondern in irgend einer Form immer reicher!

Der grösste Segen, den uns Gott persönlich geschenkt hat, sind wohl unsere vier Kinder, die alle von Herzen Jesus dienen und selbst auch alles einsetzen, was sie können. Sie waren z.B. auch bereit, die Aktien zum Nominalwert der Rimuss-Stifung zu verkaufen und verzichten dabei in Zukunft auf weiteren Gewinn der AG, weil sie auch Jesus und sein Reich lieben und erkennen, dass sie materiell genügend gut versorgt sind und die AG vollständig Gott dienen soll.

Ich denke, dass wir als Christen in einer grossen Gefahr stehen, so zu handeln wie die Welt. Jesus wusste, dass das Geld eine magische Wirkung hat und bezeichnete es als Mammon. Das ist ein Götze, dem man dient. Und Jesus sagt: „Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen“. Er sagt nicht, man soll nicht. Er sagt, man kann nicht. Man kann nicht Gott und das Geld lieb haben. Wir Geschäftsleute stehen alle in Gefahr, dass sich unser Denken sehr stark um das Geld dreht und wir deshalb in Gefahr stehen, Geld anzuhäufen und das schlimmste ist, dass wir unser Vertrauen darauf setzen, wie dies beim reichen Kornbauern der Fall war.

Jesus sagt im Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld, dass ein Teil des Samens in die Dornen fiel und Jesus legt es aus, dass die Sorgen der Welt und des Reichtums die Saat ersticken und keine Frucht wird. Ist das nicht ein Hauptgrund, dass wir keine erwecklichere Situation bei uns haben? Die ersten Christen hatten alles gemeinsam und setzten all ihr Geld für den Dienst ein. So hat es Gott eigentlich gar nicht verlangt. Aber eines ist sicher: Sie waren frei vom materiellen Denken und Handeln und es heisst: „Und Gott tat hinzu täglich, die an ihn glaubten.“ Dieser alternative Lebensstil, diese Haltung des Dienens bedeutete wohl eine grosse Herausforderung!

Mir gefällt das Wort, das Paulus zu Timotheus sagte, in Tim. 6, 17 – 19:

Den Reichen in dieser Welt gebiete, dass sie nicht stolz seien, auch nicht hoffen auf den ungewissen Reichtum, sondern auf Gott, der uns alles reichlich darbietet es zu geniessen, dass sie Gutes tun, reich werden an guten Werken, gerne geben, behilflich seien, sich selbst einen guten Grund legen aufs Zukünftige, auf dass sie ergreifen das wahre Leben.“

Ich denke oft, wenn sich Menschen aus Liebe zu Jesus in den vollzeitlichen Dienst berufen lassen, meist mit einem Bedarfslohn und mit einer ungewissen Existenz, so hat uns Geschäftsleuten Gott oft vermehrte finanzielle Mittel anvertraut, um auf diese Weise mitzuhelfen, Gottes Reich zu bauen. Dabei gilt für uns Geschäftsleute das Wort Jesu: „Wem viel gegeben ist, von dem wird auch viel gefordert werden.“

Ich denke, dass die Grosszügigkeit, wie jemand Gottes Reich materiell unterstützt, ein guter Gradmesser ist von der Liebe zu Jesus. Maria von Magdala hat eine teure Salbölflasche zerbrochen um Jesus ihre Liebe zu zeigen. Von ihr heisst es:

„Solange man das Evangelium verkündigt, wird man von dieser Frau sprechen"

Gott sieht jedoch nicht die Höhe der Gabe an, sondern unsere Treue. Nach vielen Jahren von super Geschäftsabschlüssen, sind wir, seit Aldi und Lidl im Land sind, ausserordentlich stark unter einen Preisdruck der Grossverteiler geraten, so dass auch die Gewinne wesentlich tiefer sind wie vor Jahren. Wenn ich mich daran gewöhnen musste, dass auch die Spenden deshalb kleiner werden mussten, so habe ich mich beruhigt, dass Gott unsere Treue ansieht. Er weiss, dass die heutigen Spenden ein weit grösseres Opfer bedeuten als die früheren, als man vom Ueberfluss gab. Und ich sehe, wie Gott auch andere braucht, die mittragen.

Ich hatte lange auch den Gedanken, meinen Kindern auch einmal ein grosses Erbe zu hinterlassen. Heute bin ich auch bereit geworden, auch immer etwas von meinem Vermögen zu spenden. Was ist denn am Schluss des Lebens, wenn wir vor Gott stehen, das wichtigste? Dass wir ein grosses Erbe hinterlassen, über das sich unsere Erben streiten? Oder dass wir mit unserem Leben gedient und Gott vertraut haben, dass er den nicht darben lässt, der ihm vertraut und auch für unsere Kinder sorgen wird?

Unser ganzes Leben ist eine Saat. Paulus sagt in Gal. 6,7 „Was der Mensch sät wird er ernten“ Und in 2. Kor. 9,6 sagt Paulus: „Wer kärglich sät, der wird auch kärglich ernten und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.“ Schon in diesem Leben und dann vor allem im Ewigen Leben!

Wir werden aber nur so handeln, wenn uns Jesus Christus unser Erlöser und das Reich Gottes das aller wichtigste geworden ist. Das kommt aus einem Leben in einer nahen Verbindung zu Jesus Christus und zu Gottes Wort. In 1. Tess.1,9 sagt Paulus:

„Ihr habt euch bekehrt zu Gott von euren Abgöttern, um zu dienen dem wahren und lebendigen Gott.“ Das ist unsere vornehmste Berufung!

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